AKTUELLES PRESSE Westpfalzklinikum Kaiserslautern

Arztvisite mal ganz anders

Clowndoktoren erstmals in der Kinderklinik des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern 

Die kleinen Patienten im Westpfalz-Klinikums wunderten sich über die neuen Ärzte mit den roten Nasen. Dr. Krümel alias Ruth Albertin und Doktor Kraut alias Constantin Offel besuchten im April 2015 dank einer Spende zum ersten Mal die Kinderklinik. Die Kinder waren von den Späßen und der Ablenkung begeistert, daher hofft Dr. Thomas Kniebel und die Erzieherin Nicole Riefler auf Spenden für weitere Clowndoktoren-Visiten.



Zwei Clowndoktoren besuchen die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Standort I Kaiserslautern


Vor der Spielecke auf 20/4 gibt es am 21. April Getümmel auf dem Flur: Zwei bunt gekleidete Gestalten, die sich als Dr. Krümmel und Dr. Johannis Kraut vorstellen, beleben plötzlich den Raum. Mit Seifenblasen, Akkordeonmusik, verstohlenem Lächeln und viel zu großen Schuhen nähern sich die beiden ganz sensibel der kleinen Emily und ihrer Mutter am Spieltisch. Logisch, dass man mit solch großen Schuhen die Kontrolle verliert und den Stuhl beinahe umwirft. Gebannt schaut die kleine Patientin zu, wie rote Nasen aus dem Nichts entstehen und dann auch noch quietschen.

Als die beiden Clowndoktoren ins nächste Zimmer verschwinden, muss sie noch mehr grinsen: „Du, die ähn is beinah über den Stuhl gefall.“ Emily Schwartz (Foto) ist seit vier Tagen Patientin in der Kinderklinik, vielleicht darf die Vierjährige nach ihrer Pauken-Röhrchen und Polypen-OP bereits morgen nach Hause. Aber trotz schönstem Frühlingswetter darf sie nicht nach draußen ins Freie. Umso besser, dass sie die beiden erlebt und das Kranksein dabei vergessen hat. Ganz stolz präsentiert sie die Clownsnase auf dem Finger.

So trottelig und tolpatschig die Clowns ein Lächeln auf die Kindergesichter zaubern, so ernst ist der Hintergrund des Über-den-Stuhl-Stolperns. „Wir lassen dadurch die Kinder als Könige zurück. Wir geben den kleinen Patienten mit unserer Unbeholfenheit bewusst das Gefühl, dass sie einiges eben doch können. Vor allem, wenn sie zuvor in der Klinik hörten `Du darfst, kannst oder sollst dies und das nicht mehr tun.`“ Fast 30 Künstler sind bei den Clowndoktoren in Wiesbaden tätig, viele davon diplomierte Clown-Schauspieler der „Schule für Clowns“ in Mainz mit dreijähriger Vollzeit-Ausbildung. Die sensibel agierenden Künstler besuchen seit 1994 im Rhein-Main-Gebiet inzwischen regelmäßig 12 Kinderkliniken, acht Altenheime und ein Hospiz. „Das ergreifendste Erlebnis“, schilderte Dr. Krümmel alias Ruth Albertin „war ein 12-jähriges Mädchen in der Onkologie. Sie erklärte sich selbst zur Pilotin, die mit ihrem Beatmungsgerät endlich schwindelfrei abheben kann.“

Einen spielerischen Bezug zu den medizinisch notwendigen Geräten zu schaffen, ist ein weiteres erklärtes Ziel der beiden Berufsspaßmacher. Das erfordert viel Kreativität und noch mehr Einfühlungsvermögen. Die Clowndoktoren kommen zwar sehr verkleidet daher, sind aber immer im weißen Kittel. „Schließlich wollen wir die Angst vor diesen Weißkitteln abbauen“, argumentiert Dr. Johannis Kraut, der im richtigen Leben Constantin Offel heißt.


Und ein weiterer Vorteil: Die Sprachbarriere ist gleich Null, der Slapstick funktioniert sprachübergreifend.

Die Erzieherin Nicole Riefler (Foto) hat mit einigen Kollegen bei einem Lehrgang in Bad Kreuznach einen Besuch der Clown Doktoren erlebt und war selbst wie verzaubert. „So etwas wollten wir den Kindern hier auch einmal bieten“.

Eine Spende ermöglichte die Clownvisite. Priv-Doz. Dr. Thomas Kriebel freute sich über den Probebesuch: „Mumpe Naseweis ist bereits ein gern gesehener Clownzauberer, der auch unseren Tag der offenen Tür bereicherte. Nun wollten wir testen, wie die Clowns in Arztkitteln bei unseren Patienten ankommen.“

„Die Ankunft eines guten Clowns ist für eine ganze Stadt heilsamer, als die Ankunft von 30 mit Medikamenten beladenen Eseln.“
Thomas Sydenham, englischer Arzt im 17. Jahrhundert

Gerne laden wir die Clowndoktoren öfter ein, hierzu sind Spenden herzlich willkommen. Informieren Sie sich gern bei der Leitenden Oberärztin Dagmar Dundurs, Sie erreichen Frau Dundurs telefonisch über das Sekretariat unter 203 1373.

Autor Nadja Donauer, Stabsstelle Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, Standort I Kaiserslautern